Verarbeiten – Verlegehinweise Pflastersteine

Bild zum Thema 1. Prüfung der Wasserdurchlässigkeit des Bodens
Ausheben der Grube (40 x 40 x 40 cm)

1. Prüfung der Wasserdurchlässigkeit des Bodens

Um eine dauerhaft funktionierende versickerungsfähige Fläche zu erhalten, muss nicht der Flächenbelag, sondern auch die darunterliegenden Schichten ausreichend wasserdurchlässig sein. Dieser Schnelltest dient der Abschätzung der Versickerungsfähigkeit.

Sie benötigen: Spaten, Zollstock, 10-Liter-Eimer, Uhr, Stift und Papier

Durchführung: 

  • Heben sie die Grube aus. Die Sohle soll möglichst eben sein und die Tiefe soll möglichst der Höhe der Unterkante der späteren Tragschicht entsprechen.
  • Füllen Sie 10 Liter Wasser in die Grube.
  • Messen Sie die Zeit, die das Wasser zum vollständigen Versickern benötigt.
  • Wiederholen sie den Vorgang so oft, bis dreimal hintereinander etwa die gleiche Zeit benötigt wird.
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Füllen der Grube (10 l Wasser)
VersickerungsdauerBewertung
bis zu 2 min Gute Durchlässigkeit des Bodens; der Schichtaufbau kann analog konventioneller Bauweise gewählt werden.
2 min bis 20 min Die Durchlässigkeit des Bodens ist noch ausreichend. Die Höhe des Schichtaufbaus sollte jedoch mindestens 10 cm gegenüber der konventionellen Bauweise erhöht werden.
mehr als 20 min Der Boden ist nur gering durchlässig. Eine versickerungsfähige Flächenbefestigung ist nicht empfehlenswert.
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2. Planum

Als Planum wird die Oberfläche des zuvor verdichteten Untergrundes bezeichnet. Es muss eben sein und ein Gefälle von mindestens 2,5 % aufweisen. Das Planum wird bis zur Standfestigkeit verdichtet. Diese ist erreicht, wenn ein schwerer Pkw oder ein kleiner Lkw keine Fahrspuren mehr hinterlässt.

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3. Randeinfassung

Pflasterflächen brauchen grundsätzlich allseitig eine ausreichend stabile Randeinfassung um Verschiebungen infolge der Nutzung zu vermeiden. Hierzu eignen sich Bordsteine oder Einfassungssteine.

Der Abstand der Randeinfassung wird durch das Auslegen einzelner Steinreihen vorab ermittelt. Hierbei ist der korrekte Fugenabstand einzuhalten. Bordsteine und Einfassungssteine sind höhen- und fluchtgerecht in ein ca. 20 cm dickes Fundament aus Beton (C 16/20) mit geschalter Rückenstütze zu versetzen.

Bild zum Thema 4. Tragschicht

4. Tragschicht

Auf dem Planum wird die Tragschicht aufgebracht. Ihre Dicke ist abhängig von der Dicke des Gesamtaufbaus (40 cm bzw. 50 cm) abzüglich der Dicken des Pflasters (z. B. 8 cm) und der Bettung (3 cm im verdichteten Zustand).

Das Gefälle der Tragschicht-Oberfläche muss dem der Pflasterfläche entsprechen (siehe Punkt 7). Das Material sollte zweilagig eingebaut werden, jede Lage ist einzeln zu verdichten.

Material für die Tragschicht:

Kies oder Schotter der Körnung 0/32 oder 0/45 mit geringem Feinkornanteil (Korngröße < 0,063 mm mit höchstens 3 Masse %)

Bild zum Thema 5. Bettung

5. Bettung

Das Bettungsmaterial wird auf die Tragschicht aufgebracht. Bei der Höhenplanung ist die Setzung des Materials von ca. 0,5 cm durch den Verdichtungsvorgang zu berücksichtigen. Die Bettung soll im verdichteten Zustand eine Dicke von ca. 4 cm (+/- 1 cm) haben.

Material für die Bettung:

Splitte der Körnung 2/5 oder ein Gemisch der Körnung 2/5 und 1/3 (abgestimmt auf das jeweils verwendete Fugenmaterial)

Bild zum Thema 6. Pflasterverlegung

6. Pflasterverlegung

Auf die profilgerechte Bettung werden die Pflastersteine entsprechend des gewünschten Verbands verlegt. Hierbei wird immer von der bereits verlegten Fläche aus verlegt. Um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild ohne Farbkonzentrationen zu erreichen, ist ein abwechselndes Entnehmen von Steinen aus verschiedenen Paketen unbedingt zu empfehlen.

Einzelne Steinreihen sollten Längs- und Querrichtung mittels Schnüren ausgerichtet werden. Hierdurch wird ein geradliniger und gleichmäßiger Fugenverlauf erreicht.

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7. Gefälle

Bei versickerungsfähigen Flächenbelägen ist ein Oberflächengefälle von mindestens 1 % einzuplanen, damit anfallendes Regenwasser problemlos oberflächlich abfließen kann. In Flächen mit erhöhtem Anspruch auf die Verkehrssicherheit ist ein Gefälle von mindestens 2,5 % vorzusehen. Bei Neigungen ab ca. 5 % ist mit einem erhöhten Oberflächenabfluss zu rechnen, dergesondert berücksichtigt werden muss.

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8. Fugen und Einkehren

Eine ausreichende Fugenbreite ist abhängig vom Pflastersystem einzuhalten. Steinsysteme mit angeformten Abstandsnocken können mit geringer Fuge aneinander gelegt werden. Ein Ausrichten dieser Steinsysteme muss möglich sein. Mit Fortschritt der Verlegung und nach dem Ausrichten der Steinreihen werden die Fugen mit Splitt eingefegt. Überschüssiges Material wird anschließend abgekehrt.

Material für die Fugenfüllung:

Splitte der Körnung 1/3 oder 2/5 (je nach Fugenbreite). Die Körnung 1/3 ist für herkömmliche Fugenbreiten geeignet, die Körnung 2/5 für Systeme mit aufgeweiteten Fugen, wie z. B. Rasen- und Drainfugenpflaster.

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9. Abrütteln und Nachsanden

Die abgekehrte, saubere und trockene Fläche wird mit der Rüttelplatte verdichtet. Zum Schutz des Belags sollte die Rüttelplatte mit einer Platten-Gleit-Vorrichtung versehen sein. Nach dem Verdichten werden die Fugen bis zum vollständigen Fugenschluss eingekehrt.

Unsere Broschüre Versickerungsfähige Pflasterbeläge finden Sie bei den Downloads »